Chronik des Schützenvereins St. Josef Brachbach 1960 e. V.

 

Es begann schon lange vor der eigentlichen Gründung. Im Hof des jetzigen Vereinslokals, der Bärenschenke, wurde schon einige Jahre vor der offiziellen Vereinsgründung ein, wenn auch kleiner, Vogel aus Sperrholz mit Luftgewehr auf 10 Meter Distanz geschossen. Auch Hobbyschießen auf Schießscheiben förderten die Unterhaltung und Kameradschaft.  Es machte so viel Spaß, das man beschloss, einen richtigen Schützenverein zu gründen. Dann war es endlich soweit. Schießinteressierte trafen sich am 05.06. 1960, um 16.00 Uhr zur Gründungsversammlung in der Bärenschenke.

 

Anwesend waren folgende Schützenbrüder:

Bär Artur  Brenner Josef  Bündgens Gerhard Haupt Leo

Heidrich Werner  Klaas Otto   Latsch Siegfried  Link Theo

Langenbach Erwin  Pfeifer Aloys    Stark Josef    Schuhen Franz

Schuhen Josef      Utsch Helmut                    

 

                                    

 

Der neu gegründete Verein nannte sich Schützenverein 1960 Brachbach.

 

Die erste Versammlung des neuen Vereins wurde auf den 25.06.1960 festgelegt. Hier wählte man dann den ersten Vorstand.

 

Dieser setzte sich wie folgt zusammen:

 

1. Vorsitzender                                  Werner Heidrich

 

2. Vorsitzender                                  Aloys Pfeifer

 

Geschäftsführer                                 Franz Schuhen

 

Beisitzer                                            Helmut Utsch

 

Es wurden Satzungen festgelegt, um den Verein im Rheinischen und Deutschen Schützenbund anzumelden .

 

Das vorhandene Luftgewehr ( Kimme und Korn ) war nach den Richtlinien des Schützenbundes für Wettkämpfe nicht zugelassen. Es musste also schnellstens ein neues herbei. Bei einer Spendenaktion kam so viel zusammen, dass außer dem neuen Luftgewehr auch noch ein Luftgewehrstand im Keller der Bärenschenke eingerichtet werden konnte. Nun wurde mit viel Eifer, aber noch wenig Erfolg losgelegt. Im Herbst des gleichen Jahres konnte dann eine erste Mannschaft gebildet werden, die an offiziellen Wettkämpfen teilnahm. Die Erfolge blieben nicht aus, der Stand musste erweitert werden.  Bald konnte an zwei Ständen geschossen werden. Auch diese Mittel wurden ausschließlich von den Mitgliedern aufgebracht. In der Jahreshauptversammlung 1961 beschloss man,  erstmals einen Schützenkönig zu ermitteln.

 

Am 1. Mai war es soweit. Der Schützenzug ging mit Musikbegleitung vom Vereinslokal Bärenschenke zur Grube Ecke, wo der erste Königsvogel auf seinen Bezwinger wartete.

 

Zur Überraschung aller Anwesenden fiel der stolze Vogel mit allen Insignien schon mit dem 49. Schuss von der Stange.

 

Der erste offizielle Schützenkönig war Egon Heupel.

 

Damit ein so schnelles Ende sich nicht wiederholen konnte, wurde in der Jahreshauptversammlung 1962 die Satzung geändert:

 

„Zuerst müssen die Insignien gefallen sein, bevor der Vogel zum Abschuss freigegeben wird“

 

Der Schießstand im Keller der Bärenschenke war schon schnell den beträchtlich gewachsenen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Von der Haubergsgenossenschaft konnte ein geeignetes Gelände auf der Grube Ecke gepachtet werden. Nun wurde mit dem Bau der Schützenhalle und vorerst vier Luftgewehrständen begonnen.

 

Schnell waren die Rohbauarbeiten erledigt, der Schießbetrieb konnte beginnen.

 

Die Luftgewehrmannschaft hatte sich inzwischen profiliert,  war aus der Kreisklasse C- über die B - Klasse in die A - Kreisklasse aufgestiegen.

 

Um Freundschaften mit Schützenvereinen aus der Nachbarschaft zu pflegen, waren viele Sonntage während der Sommermonate mit Besuchen von Schützenfesten ausgebucht. Die meisten dieser Verbindungen haben sich bis heute fortgesetzt.

 

1964 wurden die bereits erwähnten ersten Uniformen angeschafft. Es waren immerhin schon 28 Aktive, die sich Maß nehmen ließen. Vier Wochen später war die termingerechte Lieferung, welche zum Anlass genommen wurde, diesen Tag gebührend zu feiern.

 

Im Januar 1965 konnte die bis dahin noch fehlende Vereinsfahne angeschafft werden. Die Fahnenweihe fand im Rahmen des Schützenfestes am 3. Juli 1965 statt.

 

Die Schützen hatten sich den Namen des heiligen Josef auf die Fahne schreiben lassen und benannten sich ab nun:

 

„Schützenverein  Sankt Josef  Brachbach“

 

1968 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister in Montabaur.

 

Nun war der neue Name:        „Schützenverein Sankt Josef  Brachbach  1960 e.V.“    

 

 

 

1971 wurde zum ersten mal um die Kaiserwürde geschossen. Der erste Kaiser des Vereins war Hans Kwiatkowski .

 

Um den vielen „passiven“ Mitgliedern einen Anreiz zum Schießen zu geben, kaufte man 1972 einen Kleinkaliberautomat, der mit großer Begeisterung von den Schützen angenommen wurde. Gleichzeitig konnte nun auch ein wettkampffähiges Kleinkaliber-Gewehr angeschafft werden.

 

Mit dem Schießsport ging es weiter aufwärts. Einer zweiten Mannschaft folgte die erste Jugendmannschaft. Vergleichskämpfe mit anderen Vereinen gaben immer wieder Ansporn, die Leistungen noch zu verbessern. Schnell war die 1963 entstandene Schießanlage zu klein und musste erweitert werden .1976 verbreiterte sich die Schießhalle um 6 Meter und bot nun Platz für 6 Luftgewehrstände und einen Mannschaftsraum.

 

1980 konnte der Verein mit einer Schüler -, einer Jugend -, zwei Schützen - und einer Luftpistolenmannschaft an Rundenwettkämpfen teilnehmen.

 

Die erste Mannschaft stieg 1981 in die Bezirksklasse auf.

 

Mannschaftsschützen: .  Frank Schuhen, Friedrich Lutze, Rainer Lutze , Paul Boer und Günter Schuhen

 

Bei den Schüler und Jugendmannschaften konnte ebenfalls ein starker Aufwärtstrend verzeichnend werden. In der Schülerklasse gingen 1981 Peter Schuhen als Vizebezirksmeister und in der Jugendklasse Frank Schuhen als Bezirksmeister hervor.  Diese Erfolge berechtigten zur Teilnahme an den  Landesmeisterschaften in Essen und an den Rheinland - Pfalz -Meisterschaften in Bad Kreuznach.

 

Auch in den Jahren 1982 und 1983 wurden die beiden wieder Bezirksmeister in ihren Klassen. 1984 holte sich Franka Soliberto  den Titel der Bezirksmeisterin in der Jugendklasse.

 

1984 konnte der Verein 5 Luftgewehre, eine Luftpistole und ein Kleinkalibergewehr sein Eigen nennen. Gesichert waren damit für die nächsten Jahre die Trainings - und Wettkampfbedingungen.

25 Jahre Schützenverein Sankt Josef Brachbach 1960 e.V.

 

1985 feierte der Schützenverein Brachbach sein 25 - jähriges Bestehen.

 

Es waren unvergessene Tage beim Volksfest der Vereinsgemeinschaft Brachbach vom  31.05. – 02.06. Der Samstag stand ganz im Zeichen der Schützen. Ein farbenprächtiger Festzug bewegte sich vom Zechenwaldplatz zum Festzelt. Unvergessen bleibt wohl der Einzug von Fahnen und Bannern, gefolgt vom Königspaar Werner Zirbes und Ursula Klippstein mit Hofstaat, dem Kaiserpaar Elisabeth und Günter Becker, der Jugendschützenkönigin Franka Soliberto und dem Schülerkönig Thomas Seidenfuß.  Auch viele befreundete Schützenvereine machten mit ihren Majestäten und Gefolge dem Jubiläumsverein ihre Aufwartung. Blickfang im Zeltgiebel war das angestrahlte Emblem:

 

Entworfen und in mühevoller Arbeit ehrenamtlich gefertigt von dem unvergessenen Freund und Gönner Willi Bernshausen

 

Im Zelt erwarteten viele Gäste den Jubelverein mit Grußworten und Geschenken. Für die Ortsgemeinde sprach Ortsbürgermeister Alex Maag, für den Schützenkreis Bruno Stahl. Der 1. Vorsitzende des Schützenbezirks Günter Spahr überbrachte auch Grüße des Rheinischen und des Deutschen Schützenbundes. Hans Georg Brass sprach Grußworte im Namen des Sportbundes Rheinland Pfalz und des Deutschen Sportbundes. Der erste Vorsitzende Josef Müller konnte 13 Mitgliedern für 25 -jährige Treue eine Urkunde und die Silbernadel des Vereins überreichen. Josef Christ und Erwin Langenbach wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt und erhielten ebenfalls eine Urkunde. Weitere Gratulanten waren die Brachbacher Ortsvereine, die mit Musik und Gesangsvorträgen den Festnachmittag gestalteten. Sonntags beim humoristischen Frühschoppen konnte der Schützenverein mit dem Vortrag : „Der Wilddieb“ einen guten Teil zur Hochstimmung im bis auf den letzten Platz besetzten Zelt beitragen.

 

Im Jubiläumsjahr entstand dann auch die Idee, ein Preisschießen aller Ortsvereine durchzuführen. Bei sehr guter Beteiligung und beachtlichen Schießergebnissen fand der Vorschlag, dieses Schießen zum festen Bestandteil in die allgemeine Terminplanung aufzunehmen, die Zustimmung der Ortsvereine. Nun wetteifern jedes Jahr um die 30 Mannschaften, um Punkte und Pokale. Nicht selten sind die Worte des olympischen Gedankens zu hören:  „Dabei sein ist alles“

 

In den nächsten Jahren stieg die Zahl der Schießsporttreibenden stetig an. Die Schützenhalle wurde erweitert und mit fünf vollautomatischen Luftgewehrständen ausgestattet. Auch den Bau des Kleinkaliberstandes ließ man nie aus den Augen , konnte aber aus Platzgründen nie die Länge der Wettkampffähigkeit erreichen. Trotzdem wurden an der oberen Böschung Befestigungen in Form von Kanalschächten ( Boden und zwei Ringe mit einem Durchmesser von zwei Metern ) eingebaut.

 

Für diesen Stand erfolgte dann auch die behördliche Abnahme. Er diente somit in der Folge für Übungszwecke und beim Vogelschießen.

 

Die nächste Attraktion war das in der Neujahrswoche 1989 erstmals durchgeführte Schlachtfest. Hans Stötzel und Helmut Seeber waren schon sehr früh auf den Beinen, um den vielen Gästen, die sich angesagt hatten, Wurstbrühe und Mettbrötchen zum Frühstück und mittags Sauerkraut mit Rippchen und Eisbein zu servieren. Es wurde ein großer Erfolg, der auch bis heute noch immer seinen Platz im Terminplan des Vereins sicher hat.

 

In diesem Jahr konnten sich die Schützen beim Vogelschießen erstmals mit neuen Uniformen präsentieren.

 

Im folgenden Jahr wurde eine komplett neue Gasheizung installiert, womit nicht zuletzt auch ein großer Beitrag für die Umwelt geleistet werden konnte.

 

Der Vorplatz wurde vergrößert und im Eingangsbereich gepflastert. Die Vorderfront der Schützenhalle erhielt ein neues Gesicht im Blockhausstil.

 

Der Blick fällt nun auf das von  Ehrenmitglied und Heimatkünstler Josef Christ entworfene und geschaffene Vereinswappen.

 

Der Stollenmund des Wernsbergstollens, hier noch mit der stolzen Tanne, die einige Jahre später leider der Säge zum Opfer fiel.

 

Ein weiterer Höhepunkt war 1996 die 525-Jahr-Feier der Gemeinde Brachbach. Organisiert und gestaltet von Abordnungen aller Ortsvereine, war der humoristische und historische Festzug am Samstag der absolute Höhepunkt.

 

Die Schützen symbolisierten auf einem bunt geschmücktem Wagen die „Grube Ecke“ mit Förderturm. Hierfür hatten sie die Schützenuniformen mit Bergmannskleidung vom Obersteiger bis zum Grubenarbeiter vertauscht. Angeführt wurde die Gruppe des Schützenvereins von dem amtierenden Königspaar Horst und Rosemarie Böhler mit Hofstaat sowie Kaiserpaar Elisabeth und Günter Becker.

 

Der Sonntagmorgen begann wieder mit einem Festzug vom Zechenplatz aus. Die Zuschauer am Straßenrand konnten schon hier erkennen, wie sich die einzelnen Vereine humoristisch präsentierten. Hier durfte der Schützenverein zeigen, dass man nicht nur schießsportlich etwas zu leisten vermag, sondern auch mit einem guten Humor zu glänzen vermag.

 

Am Beifall der Zuschauer konnte man erkennen, dass der Wilddieb, hier in etwas anderer Besetzung, seinen hohen Unterhaltungswert nicht verloren hat.

 

Im gleichen Jahr konnten die Außenwände und Stützpfeiler für den neuen Kleinkaliberstand fertig gestellt werden.

 

Der Pistolenstand wurde überdacht, damit die neue Duellanlage gegen Witterungseinflüsse von oben besser geschützt ist.

 

1997 war es dann endlich soweit. Nach jahrelangem Stückwerk und Notlösungen konnte der gesamte Bauabschnitt, 25 und 50 Meter, fertig gestellt und für den Schießsport freigegeben werden.

 

Es war ein großer Tag in der Vereinsgeschichte, als der neue Stand eingeweiht wurde.

 

Der 1. Vorsitzende Günter Schuhen konnte in seiner Festrede noch einmal allen Mitgliedern ein herzliches Dankeschön für die geleistete Arbeit zurufen.  

 

Ortsbürgermeister Dieter Heupel  und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen, Günter Schönhof, würdigten in ihren Ansprachen die Leistung des Schützenvereins und wünschten für die Zukunft alles Gute und viel sportlichen Erfolg.

 

Auch Vertreter des Schützenkreises und Schützenbezirkes übermittelten die Grüße und Glückwünsche des Schützen - und Sportbundes.

 

Befreundete Schützenvereine und die Ortsvereine von Brachbach gratulierten aufs herzlichste und wünschten alles Gute für die Zukunft.

 

In einem ersten Pistolenvergleichskampf zwischen Günter Schuhen, Dieter Heupel und Günter Schönhof trug letzterer einen klaren Sieg davon.

 

Die moderne Schießanlage und der verbesserte Außenbereich waren Anlass genug für einige notwendigen Sanierungen in der Schützenhalle.

 

Die Toiletten wurden von Grund auf erneuert und erweitert.

 

Neue Fenster sorgen nun für bessere Belichtung und Belüftung.

 

Freundlich geflieste Wände und moderne sanitäre Anlagen sorgen für optimale Hygiene. Getrennte Eingänge für Damen und Herren lassen keinen „Stau“ mehr aufkommen. Auch der Küchenbereich wurde vollkommen neu gefliest und mit kompletter Küchenzeile ausgestattet.

 

Ein weiterer Schritt zum Wohle der Umwelt war der Anschluss an den Hauptwasserkanal, denn nun gehörte auch die Sammelgrube der Vergangenheit an. Wie bei allen Maßnahmen stand auch hier wieder Idealismus zum Wohle des Vereins im Vordergrund.

 

Allen freiwilligen Helferinnen und Helfern sei nochmals herzlich gedankt.

 

Die neue Schießanlage zeigte ganz schnell, wie richtig und zweckmäßig die Investitionen und Anstrengungen der vergangenen Jahre gewesen sind. Nicht nur der sprunghafte Mitgliederzuwachs, sondern auch die schießsportlichen Leistungssteigerungen sprechen für sich.